Verkehrsminister Volker Wissing hat die neue Amateurfunkverordnung am 22. Juni um 17 Uhr unterzeichnet. Ein kurzes Video der Unterzeichnung wurde als Grußbotschaft während der Eröffnung der HAM RADIO gezeigt. Die Verordnung wird damit in einem Jahr, am 21. Juni 2024 in Kraft treten. Der Vorsitzende Christian Entsfellner, DL3MBG, freute sich, dass damit alle Forderungen des Runden Tisches Amateurfunk (RTA) umgesetzt wurden. Hier noch einmal die Highlights der neuen Verordnung in der Zusammenfassung:
Eingeführt wird ein dreistufiges Amateurfunkklassensystem, das die neue Einsteigerklasse N umfasst. Neben 2 m und 70 cm für die Klasse N wird dieser auch Betrieb auf dem 10-m-Band gestattet. Remotebetrieb wird freigegeben, eine Kennzeichnung der Remotestation durch /R am Rufzeichen ist optional. Für den Ausbildungsfunkbetrieb ist künftig kein eigenes Rufzeichen mehr erforderlich, der Ausbilder kennzeichnet den Ausbildungsbetrieb mit /T an seinem Rufzeichen. Bestehende Ausbildungsrufzeichen bleiben vorerst noch 10 Jahre gültig. Auf 50 MHz sind 750 W möglich, das 23 cm Band bleibt in vollem Umfang erhalten. Hamnet-Stationen können nun mit 1000 W EIRP betrieben werden. Automatisch arbeitende Stationen können unter bestimmten Voraussetzungen mit bis zu 50 W betrieben werden.

Was die Ausbildung betrifft, gibt der DARC-AJW-Referent Prof. Dr.-Ing. Matthias Jung, DL9MJ, noch einige Hinweise. Die erste Prüfung nach dem neuen Fragenkatalog wird auf der HAM RADIO 2024 stattfinden. Bis dahin kann die alte Prüfung abgelegt werden. Damit besteht Planungssicherheit für Amateurfunkkurse.

Der neue Fragenkatalog für die AFU-Klassen N, E und A wurde vom DARC fertiggestellt und der Bundesnetzagentur übergeben. In diesem Zug wird er auch, zusammen mit den entsprechenden Ausbildungsmaterialien, auf der Plattform www.50ohm.de angeboten. Der Fragenkatalog besteht aus einem einzigen PDF-Dokument und beinhaltet die Themen Betrieb, Gesetze sowie die Technik für die Klassen N, E und A und natürlich auch die Formelsammlung. Bei der neuen Prüfung, möglich ab Juni 2024, muss der Prüfungsteilnehmer folgende Anzahl an Fragen beantworten.

Vorschriften (Prüfungsteil V) mit 25 Fragen, max. Prüfungsdauer 45 Minuten

Betriebliche Kenntnisse (Prüfungsteil B) mit 25 Fragen, max. Prüfungsdauer 45 Minuten

Technik für Klasse N (Prüfungsteil N) mit 25 Fragen, max. Prüfungsdauer 45 Minuten

Technik für Klasse E (Prüfungsteil E) mit 25 Fragen, max. Prüfungsdauer 45 Minuten

Technik für Klasse A (Prüfungsteil A) mit 25 Fragen, max. Prüfungsdauer 45 Minuten

Die Betriebstechnik und die Kenntnis von Vorschriften ist für alle Klassen gleich.
Unterschiede sind nur in der Prüfung zur Technik.

Die Tabelle öffnet sich beim Anklicken grösser in einem neuen TAB.

Lfd

Lfd. Nr.

 

Frequenzbereiche

Status*

AFU über Satellit

Maximale Leistung nach Klasse

Bandbreite

Zusätzliche Nutzungsbestimmungen gemäß B

 

 

 

Klasse A

Klasse E

Klasse N

 

1

2

3

4

5

6

7

8

9

1

135,7 - 137,8 kHz

S

 

1 W ERP

 

 

 

1

2

10

 

2

472 - 479 kHz

S

 

1 W ERP

 

 

 

1

 

 

 

3

1.810 - 1.850 kHz

P

 

750 W PEP

100 W PEP

 

 

3

 

 

 

4

1.850 - 1.890 kHz

S

 

75 W PEP

75 W PEP

 

 

3

10

12

15

5

1.890 - 2.000 kHz

S

 

10 W PEP

10 W PEP

 

 

3

10

15

 

6

3.500 - 3.800 kHz

P

 

750 W PEP

100 W PEP

 

 

3

 

 

 

7

5351,5 - 5366,5 kHz

S

 

15 W EIRP

 

 

 

3

 

 

 

8

7.000 - 7.100 kHz

P

 

750 W PEP

 

 

 

3

13

 

 

9

10.100 - 10,150 kHz

S

 

150 W PEP

 

 

 

1

10

12

 

10

14.000 - 14.350 kHz

P

 

750 W PEP

100 W PEP

 

 

3

13

 

 

11

18.068 - 18.168 kHz

P

 

750 W PEP

 

 

 

3

13

 

 

12

21.000 - 21.450 kHz

P

 

750 W PEP

100 W PEP

 

 

3

13

 

 

13

24.890 - 24.990 kHz

P

 

750 W PEP

 

 

 

3

13

 

 

14

28 - 29,7 MHz

P

 

750 W PEP

100 W PEP

10 W ERP

 

4

13

 

 

15

50 - 50,4 MHz

S

 

750 W PEP

 

 

 

5

16

 

 

16

50,4 - 52 MHz

S

 

25 W PEP

 

 

 

5

16

 

 

17

144 - 146 MHz

P

 

750 W PEP

75 W PEP

10 W EIRP

 

6

13

 

 

18

430 - 440 MHz

P

 

750 W PEP

75 W PEP

10 W EIRP

 

7

13

 

 

19

1.240 - 1.300 MHz

S

 

750 W PEP

75 W PEP

 

 

8

11

13

17

20

2.320 - 2.450 MHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

13

17

 

21

3.400 - 3.475 MHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

17

 

 

22

5.650 - 5.850 MHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

13

17

 

23

10 - 10,5 GHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

13

17

 

24

24 - 24,05 GHz

P

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

13

17

 

 

25

24,05 - 24,25 GHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

13

17

 

26

47 - 47,2 GHz

P

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

13

17

 

 

27

76 - 77,5 GHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

13

17

 

28

77,5 - 78 GHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

13

17

 

29

78 - 81,5 GHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

13

17

 

30

122,25 - 123 GHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

17

 

 

31

134 - 136 GHz

P

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

13

17

 

32

136 - 141 GHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

9

13

17

 

33

241 - 248 GHz

S

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

13

17

 

 

34

248 - 250 GHz

P

 

75 W PEP

5 W PEP

 

 

13

17

 

 

35

> 275 GHz

 

 

 

 

 

 

14

17

 

 

*)

P: Amateurfunkdienst ist primärer Funkdienst, S: Amateurfunkdienst ist sekundärer Funkdienst gemäß Frequenzverordnung vom

 

27.August 2013 (BGBl. I S. 3326), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 3. Juni 2021 (BGBl. I S. 1372) geändert worden ist.

 

Die mit „P“ gekennzeichneten Frequenzbereiche können gleichzeitig auch anderen primären Funkdiensten zugewiesen sein.

 

2 PEP: Spitzenleistung (§ 2 Nr. 7); ERP: effektive Strahlungsleistung (§ 2 Nr. 8); EIRP: gleichwertige isotrope Strahlungsleistung (§ 2 Nr. 9).

B Zusätzliche Nutzungsbestimmungen

 

1 Maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung: 800 Hz.

 

2 Die Betriebsorte sind bei der Regulierungsbehörde schriftlich anzuzeigen. Die Sendeantenne ist gegenüber anderen Anlagen ausreichend zu entkoppeln. Werden    Störungen bei Primärfunkdiensten auch in benachbarten Frequenzbereichen verursacht, ist der Betrieb einzustellen.

 

3 Maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung: 2,7 kHz.

 

4 Maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung: 7 kHz.

 

5 Die Nutzung des Frequenzbereichs kann von der Regulierungsbehörde mit zusätzlichen allgemeinen Auflagen versehen werden; die Nutzung ist auf feste Amateurfunkstellen beschränkt. Die Nutzungsbedingungen werden durch die Regulierungsbehörde festgelegt und in ihrem Amtsblatt veröffentlicht.

 

6 Maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung: 40 kHz.

 

7 Die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung beträgt 2 MHz und bei amplitudenmodulierten Fernsehaussendungen 7 MHz.

 

8 Die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung beträgt 2 MHz, bei amplitudenmodulierten oder digitalen Fernsehaussendungen 7 MHz und bei frequenzmodulierten Fernsehaussendungen 18 MHz.

 

9 Die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung beträgt 10 MHz und bei Fernsehaussendungen 20 MHz.

 

10 Der Betrieb von fernbedienten Amateurfunkstellen ist nicht gestattet. Amateurfunk-Wettbewerbe (Contestbetrieb) dürfen in diesem Frequenzbereich nicht durchgeführt werden.

 

11 Im Teilbereich 1.247 bis 1.263 MHz ist die abgestrahlte Leistung auf maximal 5 Watt EIRP beschränkt. Der Betrieb von fernbedienten und automatisch arbeitenden Amateurfunkstellen ist in diesem Bereich nicht zulässig.

 

12 Die maximal zulässige Strahlungsleistung für automatisch arbeitende Amateurfunkstellen beträgt 15 Watt ERP.

 

13 Die Frequenzbereiche 7.000 - 7.100 kHz, 14.000 - 14.250 kHz, 18.068 - 18.168 kHz, 21.000 - 21.450 kHz, 24.890 - 24.990 kHz, 28 - 29,7 MHz, 144 - 146 MHz, 24 - 24,05 GHz, 47 –  7,2 GHz, 75,5 - 76 GHz, 134 - 136 GHz und 248 - 250 GHz können auch für den Amateurfunkdienst über Satelliten genutzt werden; der Amateurfunkdienst über Satelliten ist dabei primärer Funkdienst. Die Frequenzbereiche 435 - 438 MHz, 1.260 - 1.270 MHz, 2.400 - 2.450 MHz, 5.650 - 5.670 MHz, 5.830 - 5.850 MHz, 10,45 - 10,50 GHz, 76 - 81,5 GHz, 136 - 141 GHz und 241 - 248 GHz können auch für Amateurfunkdienst über Satelliten genutzt werden; der Amateurfunkdienst über Satelliten ist dabei sekundärer Funkdienst. In den Frequenzbereichen 435 - 438 MHz, 1.260 - 1.270 MHz, 2.400 - 2.450 MHz und 5.650 - 5.670 MHz sind andere sekundäre Funkdienste gegenüber dem Amateurfunkdienst über Satelliten bevorrechtigt. Die Nutzung der Frequenzbereiche 1.260 - 1.270 MHz und 5.650 - 5.670 MHz ist auf die Senderichtung Erde - Weltraum und im Frequenzbereich 5.830 - 5.850 MHz auf die Senderichtung Weltraum - Erde beschränkt.

 

14 Die Frequenzbereiche 444 – 453 GHz, 510 – 546 GHz, 711 – 730 GHz, 909 – 926 GHz, 945 – 951 GHz und Frequenzen oberhalb von 956 GHz können durch den Amateurfunkdienst genutzt werden. Die Nutzungsbedingungen werden durch die Regulierungsbehörde festgelegt und in ihrem Amtsblatt veröffentlicht.